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DakkS-Akkreditierung hilfreich oder unnötiger Verwaltungsaufwand?

Akkreditierung, nur eine leichte Hürde für eine akkreditierte Stelle?

Ganz klar, grundsätzlich ist eine Akkreditierung äußerst sinnvoll. In regelmäßigen Abstand prüft eine neutrale Stelle, ob man die Aufgaben normenkonform und rechtssicher bewältigt. Das beinhaltet die Prüfung der Organisation, der Dokumentation, der zutreffenden Normen, der Qualität, der Kompetenz und Fachkenntnis des Personals, Umgang mit Reklamationen und Risiken und weitere Anforderungen an rechtlich sichere Abwicklung von Aufträgen.

Im Rahmen dieser Prüfung wird die Aktualität der Normen im Unternehmen, in deren Rahmen man tätig ist geprüft. Dies ist umso wichtiger, da die Normenanforderungen immer komplexer und schwieriger verständlich werden.

Weiter wird im Rahmen der Akkreditierung das Zertifizierungs-Personal hinterfragt, ob hier die nötige „Kompetenz“ vorliegt. Dazu gehören eine entsprechende Ausbildung, Erfahrung in dem Bereich des Tätigkeitsfeldes, das man abdecken möchte, Fachkenntnisse bezüglich Ausführung und Normung, Kenntnisse bezüglich gesetzlicher Regelungen, Schulung und Weiterbildung, Kenntnisse im akkreditierten System, Fähigkeiten, Respekt und Angemessenheit im Umgang mit Kunden, Teilnahme an internen Audits, Hospitationen und Witnessaudits, technische Ausrüstung zur Durchführung von Audits / Prüfungen u.v.a.m.

Selbstverständlich wird geprüft, ob die akkreditierte Stelle unparteilich und unabhängig ist. Finanzielle oder wirtschaftliche Abhängigkeit kann in jedem Fall eine objektive Auditierung / Prüfung negativ beeinflussen. Dazu ist Analyse der verbundenen Stellen respektive eine Risikoanalyse notwendig und sinnvoll, um u.a. diese potenzielle Gefahr auszuschließen bzw. deren Risiken abzuschätzen und Abhilfemaßnahmen zur Minimierung der Risiken festzulegen.

Eine wesentliche Grundlage der Akkreditierung ist auch die Prüfung der für die Tätigkeiten anzuwendende Dokumentation, wie Antragsformulare, Berichte , Zertifikate, Auditpläne, Pläne interner Audits, Schulungs- und Weiterbildungspläne, Managementbewertungen, Einarbeitungspläne, Normenverifizierung, Reklamationsbehandlung, vertragliche Regelungen mit den Kunden, Kostenkalkulation, um willkürlich nur einige von vielen Dokumenten zu nennen, die sich im Detail natürlich nach der Art der Akkreditierung – Laboratorien, Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle – richten.

Dass es also sinnvoll ist, solche komplexen Zusammenhänge durch externe neutrale Stellen in regelmäßigem Turnus prüfen zu lassen, steht also außer Frage.

Diese Aufgabe fällt in Deutschland der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) zu, deren Gesellschafter die Bundesrepublik Deutschland, die Bundesländer, vertreten durch Bayern, Hamburg und Nordrhein-Westfalen und dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. zu je einem Drittel sind.

So weit sind also die Voraussetzungen erst einmal so gestaltet, dass eine Prüfung deutscher Unternehmen im positiven Sinne die wirtschaftlichen Interessen der Akteure vertreten und dem Fortschritt des Bundes, der Länder und der Industrie dienen sollte und alle dieses Ziel auch verfolgen sollten. Bürokratieabbau ist das Ziel!

Die Praxis sieht oftmals völlig anders aus!

Theoretisch könnten hier jetzt Beispiele der jahrelang akkreditierten Stelle ISW oder des immer noch akkreditiertzen Werkstoffprüflabors ZERT-Media GmbH stehen, die gerne angefragt werden können und bereitwillig beschrieben werden, was aber an dieser Stelle zu weit führen würde!

Beschweren kann man sich selbstverständlich über unangemessenes und fachlich nicht nachvollziehbares Verhalten von Auditoren, über unangemessene Anforderungen an die Laborausrüstung bei der Akkreditierung, über nicht nachvollziehbare Rechnungsstellung u.a. Die DAkkS hat dafür extra eine Beschwerdestelle eingerichtet. Was dabei herauskommt, wenn eine Beschwerde durch eine Stelle der DAkkS selbst geprüft wird, muss man nicht ausführen. Der größte Erfolg ist, wenn man dort akzeptiert, dass ein negativ aufgefallener Auditor der DAkkS in der Stelle nicht mehr eingesetzt wird. Es wird höchste Zeit, dass eine von der DAkkS unabhängige Stelle Beschwerden prüft. Nur so besteht eine Chance, das auch wirklich neutral bewertet und entschieden wird.

Viele Beispiele aus akkreditierten Laboren oder anderen akkreditierten Stellen sprechen eine deutliche Sprache, dass dieoben  genannten Stellen keine Einzelfälle sind.

Es ist nun mal so, die Qualität eines Audits steht und fällt mit der Kompetenz eines Auditors und die Vorgaben durch die Akkreditierungsstelle. Kompetenz heißt dabei nicht nur für den auditierten Scope fachliche Qualität, die teilweise auch fehlt, sondern auch menschliche Qualität, insbesondere Angemessenheit bei der Bewertung der Stelle.

Im Akkreditierungsrecht Art. 8 VO 765/2008 Absatz 10 heißt es;

„sie (Anmerkung des Autors: die Akkreditierungsstelle) überprüft, dass Konformitätsbewertungen auf angemessene Art und Weise durchgeführt werden, indem unnötige Belastungen für die Betriebe vermieden werden und die Größe eines Betriebs, die Branche, in der er tätig ist, die Unternehmensstruktur, das Maß der Komplexität der betreffenden Produkttechnologie und der Massenproduktions- oder serienmäßige Charakter des Produktionsprozesses beachtet werden;“

Würde allein dies von der DAkkS ernsthaft berücksichtigt, könnten sich viele derzeitige Diskussionen über Sinn oder Unsinn eine Akkreditierung relativieren. Dies betrifft sowohl die Art der Durchführung von Audits, die Anforderungen zur Umsetzung in der betroffenen Stelle, als auch die Häufigkeit und Kosten von Audits.

Alles in allem führt die jetzige Vorgehensweise zu immer mehr Bürokratie, sinnloser Dokumentation, erhöhtem Zeitaufwand für die Stellen und erheblich zu hohen Kosten. Die Folgen hat schließlich die deutsche Wirtschaft zu tragen, auf die die Akkreditierungskosten umgelegt werden.

Übrigens, die Kosten einer „Überwachung“ eines Werkstoffprülabors mit insgesamt 2 Mitarbeitern seit 2016 von ca. 4.200,00 € bis 2023 auf 11.100,00 € von 100 %auf 264 % gestiegen! Von den RE-akkreditierungsaudit ganz zu schweigen. mit welcher Begründung?

Es wird Zeit, dass große Verbände, wie der DVS, BVM, ZDH, TÜV u. a. gegen diesen teilweise unnötigen Aufwand deutlich Veto einlegen, um eine bezahlbare, angemessene Normalisierung der Verfahrensweise einer Akkreditierung im Interesse von Handwerk und Industrie zu realisieren. Ansonsten kann man insbesondere den Laboren nur empfehlen, sich zu solidarisieren, die Akkreditierung durch die DAkkS abzulehnen und zum Beispiel eine eigene Gemeinschaft zu gründen, um eine neutrale Bewertung ihrer Arbeit sicherzustellen.

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